Gemeinsam zum Erfolg
Der Forstbetrieb Schoo GmbH & Co. KG aus Geeste im Emsland, etwa zwischen Lingen und Meppen gelegen, beschäftigt sich mit allen Arbeiten im Forst, ist aber auch im Kommunalbereich tätig. Es handelt sich hierbei um keinen reinen Rückebetrieb, sondern Schoo hat sich spezialisiert auf Baumpflege, Spezialfällung sowie Landschaftspflege. Das Einzugsgebiet des Unternehmens ist gekennzeichnet von ganz kleinen bis zum Teil sehr großen Waldflächen, was man beim ersten Blick in dieser Landschaft nicht gleich bemerkt. Eigene Harvester und Forwarder findet man bei Schoo nicht, diese Arbeiten vergibt man an Subunternehmer. Die Energieholzbringung macht das Unternehmen allerdings selbst. Es sind verhältnismäßig sehr viele Straßenfahrten zu absolvieren beziehungsweise fallen sehr viele Arbeitsmaßnahmen im Straßenbereich an. Aufträge werden auch im Straßenbegleitgrün ausgeführt. Für diesen Zweck sind Rückeanhänger sinnvoller, sagt Firmenchef Matthias Schoo (57). Seine Söhne Michael (33) und Markus (30) sind gemeinsam mit dem Vater Geschäftsführer und fahren ebenso wie der Vater alle Maschinen im Betrieb. Jeder ist überall und zu jeder Zeit mit jeder Maschine einsetzbar. Vater Matthias und seine Söhne haben sich das gut eingeteilt. Jeder ist für den Auftrag eigenverantwortlich, den er hereingeholt hat. Man mischt sich gegenseitig nicht ein. Damit ist aber auch jeder der drei Geschäftsführer für eventuelle Verluste verantwortlich. Man hilft sich jedoch gegenseitig, spricht sich ab und hält engen Kontakt. Jeden Monat erfolgt eine gemeinsame Finanzplanung.
Ein vielseitiges Unternehmen
Der Maschinenbestand im Unternehmen kann sich sehen lassen. Für die Spezialfällungen und Parkpflegearbeiten sind zwei Hubsteiger und ein Magni-Fällkran vorhanden. Insgesamt sieben Schlepper im Leistungsbereich von 80 bis 445 PS ziehen die diversen Geräte; für den schnellen Straßentransport ist ein Unimog vorhanden. Mit vier Muldenkippern können Hackschnitzel, Sand und Steine transportiert werden, ein Hakenlift-Container wird eingesetzt und ein Agroliner-Zug. Mit einem Schubbodenanhänger werden Hackschnitzel gefahren. Zwei Kettenbagger und zwei Radbagger mit den dazugehörigen Fällgreifern, Schaufeln, Greifersägen, Stubbenzerkleinerern und Sägen sind im Betrieb vorhanden. Mit dem Hacker Heizohack wird das Material zerkleinert und anschließend mit Schlepper und Muldenkipper in die Heizwerke gefahren. Stubbenfräsen, Westtech-Spalter und Roderechen sind vorhanden, ebenso zwei Sägespaltautomaten, die auf dem Betriebsgelände in Geeste aufgebaut sind.
Zehn Meter lange Kräne
Die beiden Rückeanhänger Pfanzelt logLINE L19 mit jeweils 800er Bereifung sind seit acht Jahren im Betrieb. Sie spielen eine gewichtige Rolle beim Rücken des Industrie- und Energieholzes. Mit der 800er Bereifung kommt man auf den nassen Standorten im Emsland sehr gut zurecht. Zurzeit wird auf einem Moorstandort Erle gerückt, praktisch direkt am Wasser und auf sehr empfindlichen Rückegassen. Dazu eignen sich diese Rückewagen hinter den großen Schleppern sehr gut. Die Erle wurde vorher mit einem Bagger mit Greifersäge eingeschlagen und neben der Schneise als Abschnitte, Astholz sowie Reisig gelagert. Um diese großen Reisigbündel abzufahren, benötigt man Laderaum. Das Ast- und Reisigmaterial wird anschließend gehackt, die Abschnitte gehen alle ins Brennholz. Da haben die beiden Rückeanhänger hinter den New-Holland-Schleppern gut zu tun. Aufgearbeitet wurde mit dem Case-Bagger mit 800er Raupenenbreite. Der läuft hier ebenfalls gut über. Da die Abschnitte nur zu Brennholz verarbeitet werden, haben nicht alle die gleiche Länge. Eingesetzt wurde hier die Greifersäge von Uffkes. Durchmesser bis zu 55 Zentimeter können damit gefällt werden. Allerdings ist es nicht möglich, damit beim Ablängen genau auf Länge zu schneiden, so wird nach Augenmaß abgelängt. Die Erle ist auf diesem Standort sehr ergiebig, da kommen schnell einige Anhänger voll zusammen. Das Ladevolumen der beiden Pfanzelt L19 liegt bei 22 Raummetern, wenn man zwei Stöße drei Meter langes Holz hintereinander auflädt. Beide Kräne reichen zehn Meter in den Bestand hinein, das war ein Sonderwunsch des Unternehmens. Die Deichsel mit ihrem Federungssystem für die Straßenfahrt ist nicht nur eine Erleichterung für den Fahrer, sondern schont gleichzeitig das Maschinenmaterial. Die Deichsel kann im Gelände hydraulisch hochgefahren werden, zum Beispiel bei Hangein- und -ausfahrten. Bei den Gräben dort im Moor ist die Höhenverstellung auch sehr hilfreich. Obwohl es die Rückewagen mittlerweile mit Vierradantrieb gibt, hat das Unternehmen bei diesen Anhängern darauf verzichtet, denn die Zugfahrzeuge von New Holland sind mit 225 PS und 245 PS gut bestückt und breit bereift. Rund 1.000 Stunden läuft jeder Anhänger im Jahr. Mittlerweile stehen die Hänger im achten Betriebsjahr, jeder hat also ungefähr 8.000 Stunden auf der Uhr. Vater und Söhne sind mit den Anhängern zufrieden, es fielen kaum Reparaturen an, sie sind sehr robust und zu einer hohen Leistung fähig: An einem Tag hatte ein Fahrer schon mal 330 Raummeter gerückt. Sicher, das ist eine Ausnahmeleistung und nicht die Regel, aber von der Leistung her können diese Rückeanhänger mit Rückezügen der Mittelklasse ganz gut mithalten. Der Pfanzelt L19 hat einige Sonderausrüstungen. So gibt es einen verstärkten Zentralrohrrahmen im Krankonsolenbereich mit Rahmenauszug. Am Kran ist die Schlauchverlegung geschützt bis in die Kranspitze. Michael Schoo sagt, dass bisher nie ein Hydraulikschlauch am Hub- und Wipparm defekt war, außer zwei- oder dreimal je ein Schlauch am Rotator.
Gefederte und lenkbare Deichsel
Der Wagen ist mit einer verstärkten A-Säulen-Abstützung für den Aufbau großer Ladekräne ausgerüstet. Zwischen Schutzgitter und der ersten Rungenbank gibt es links und rechts je ein großes Staufach, das auch vom Unternehmen genutzt wird. Man nimmt dort Ersatzteile mit, Schläuche, Motorsägen und Spanngurte. Eine Werkzeugkiste passt auch noch hinein. Die gefederte Lenkdeichsel ist in dieser Form einzigartig am Markt, sagt Peter Voderholzer, Verkaufsberater bei Pfanzelt. Durch einen zusätzlichen Zylinder wird die Lenkdeichsel auch zur Tilteinrichtung. Dadurch kann die Ladefläche am Hang waagerecht und die Kransäule senkrecht gestellt werden. Bei der Fahrt durch Gräben oder über Geländekanten kann der Rückeanhänger flexibel positioniert werden. Während der Fahrt wirkt diese Einrichtung als Federung und erhöht so die Fahrsicherheit und den Komfort. Die Deichsel ist auch hydraulisch lenkbar. Die Schwenkdeichsel bewegt sich plus/minus 860 Millimeter nach jeder Seite. Für den Kransteuerblock gibt es einen Load-Sensing-Anschluss. Das Leergewicht des Wagens beträgt rund sechs Tonnen. Die Länge der Ladefläche reicht von 4.500 bis 6.000 Millimeter, je nach Auszugsstellung. Die Stirngitterfläche, also der Lastquerschnitt, liegt bei 3,5 bis vier Quadratmetern, je nach Auszugsstellung der Rungen, denn die Rungen sind jeweils um 300 Millimeter seitlich ausziehbar. Die Nutzlast im Wald beträgt 17 Tonnen, das zulässige Gesamtgewicht auf öffentlichen Straßen darf 19 Tonnen nicht überschreiten. Eine Straßenzulassung ist bis 40 km/h möglich. Der Anhänger ist mit einer Druckluftbremsanlage ausgerüstet. Der Kran vom Typ 71100 hat eine Länge von zehn Metern, das Hubmoment beträgt 70 Kilonewtonmeter und das Schwenkmoment liegt bei 27 Kilonewtonmeter. Über die 800er Räder ist der Wagen genau 2.900 Millimeter breit, über die Rungen gemessen sind es 2.800 Millimeter.
Zehn Mitarbeiter sind im Betrieb tätig. Man macht im Jahr zirka 40.000 Kubikmeter Hackschnitzel. Ein Großteil davon geht an ein Nahwärmewerk, dem etwas über 1.000 Haushalte angeschlossen sind, darunter auch ein Rathaus und einige weitere öffentliche Gebäude.
Dieter Biernath
Forstmaschinenprofi



