Donnerstag, 17. März 2016

Wandel zwischen den Welten leicht gemacht (Ausschnitt Presseartikel Holzzentralblatt)

Am Montag mulchen, an Dienstag Einstaz in einem Steinbruch bei der Flächenräumung - für das Unternehmen von Stephan Geistdörfer sind dies normale Wechsel. Er bietet ein breites Spektrum an Leistungen aus dem Bereich Forstwirtschaft, Landschaftspflege und Baumpflege an. Dafür benötigt er Technik, die sich flexibel anpassen lässt. Mit dem Systemschlepper "Pm Trac" hat er dabei wohl einen guten Griff getan, dann nach zwei Jahren Einsatz gibt es bei ihm und seinem Team keinen Grund zur Klage.

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Technik muss sich an Vielfalt der Aufträge anpassen lassen

Wichtige Auftraggeber sind mehrere Energieversorger (Trassenpflege) und die Deutsche Bahn (Streckenpflege). Hinzu kommen Kommunen und Privathaushalte. Das Spektrum reicht von der Grünlandpflege, über Fällungen und Rodungen bis hin zur Baumpflege und Spezialfällungen. Im Forstbereich bietet das Unternehmen Holzernte, Jungbestandspflege, Pflanzungen, Sturmwurfaufarbeitung, Rodungen, Forstfräsarbeiten, Rückearbeiten und Häckselarbeiten an. Bei der Baumpflege ist oft unterstützende Technik mit Seilwinden nötig. Im Landschaftspflegebereich fallen Mäh- und Mulcharbeiten, Gehölzpflege, Heckenschnitt, Pflanzungen, Rasenbau sowie die Pflege kommunaler Grünflächen und von Privatgärten an. Entsprechend flexibel muss die vorgehaltene Technik sein. Deshalb hat man sich für das Systemschlepperkonzept von Pflanzelt entschieden. Vor zwei Jahren schaffte man, nach dem Prüfen mehrerer Alternativen, einen „PM Trac 2375“ der Version II an. Neben dem durch entsprechende Anbauten sehr breiten Einsatzspektrum der Maschine wissen Geistdörfer und die vier Mitarbeiter, die im Betrieb die Maschine bedienen können, die Möglichkeit zu schätzen, mit bis zu 50 km/h auf eigenen Rädern umzusetzen. Dies wird durch das stufenlos leistungsverzweigte „S-Matic“-Getriebe von ZF ermöglicht.
Am Einsatzort angekommen, der in der Regel im Umkreis von 60 km um den Firmensitz liegt, werden die für den Straßenverkehr vorgeschriebenen Kotflügel abgenommen, an denen sich auch ein Großteil der Beleuchtungseinrichtungen befindet. Das dauert nur wenige Minuten. Die weiter am Fahrzeug befindlichen Lampen werden zum Schutz mit Klappen verdeckt.

Einen Kompromiss ist man bei den Reifen eingegangen. Obwohl die Maschine viel im Forstbereich bzw. auf Rodungsflächen arbeitet, wurde auf Reifen mit maximaler Durchstoßfestigkeit verzichtet, denn diese hätten auf der Straße einen erhöhten Verschleiß. Letztlich entschied man sich für eine stichgeschützte Variante mit einer für Straßenfahrten trotzdem günstigen Gummimischung (vorne: Nokian Mulitplus 540/65 R 28; hinten: Nokian Multiplus 650/65 R 38).

Positive Erfahrungen

Die Bediener schätzen die Übersichtlichkeit der Maschine, die zum einen aus der Gestaltung der Kabine resultiert, aber auch aus ihrer Anordnung. Im Gegensatz zu landwirtschaftlichen Schleppern hat Pflanzelt die Kabine in Richtung Fahrzeugmitte gerückt. Dies kommt der Gewichtsverteilung zugute, aber auch der Möglichkeit, am Heck Anbauaggregate zu befestigen. So sitzen die Winden über den Hinterrädern, darüber kann ein Forstkran montiert werden.
Zudem wurde so die Möglichkeit geschaffen, eine Kabine aufzubauen, die Platz für einen um 180° drehbaren Fahrersitz bietet. Das Lenkrad wird nur für den Straßenbetrieb benötigt, am Einsatzort wird es weggeklappt. Die Maschine wird dann komplett per Joystick gefahren, was in jeder Drehposition des Fahrersitzes möglich ist. Kaum zum Einsatz kommt das Bremspedal, denn die Maschine bremst automatisch, sobald der Fahrer den Fuß vom Gas nimmt. Dies ist unabhängig von der angehängten Last.
Die Maschine von Geistdörfer ist mit einem besonders großen Tank ausgestattet, dadurch ist das Staufach unter dem Einstieg etwas kleiner. Gleichzeitig sinken die Tankintervalle, sodass die mobile Tankanlage eher selten benutzt wird. Zumeist versorgt man sich beim Umsetzen an der Tankstelle. Der Verbrauch des 175-PS-Sisu-Motors liegt durchschnittlich bei etwa 7 l je Arbeitsstunde. Beim Mulchen kann er aber auch bis zu 25 l/h betragen. Die Dauerleistung von 175 PS kann bei Bedarf kurzzeitig angehoben werden, denn eigentlich hatten die verwendeten Motoren einst 190 PS. Um sie jedoch an die Abgasnorm TIR 3A anzupassen, mussten sie gedrosselt werden. Etwa acht Monate im Jahr läuft die Maschine im Forsteinsatz oder bei der seilunterstützten Fällung, wie sie z. B. bei der Stromtrassenpflege häufig vorkommt.
Für den „Holzbereich“ sind ein 8,5-m-Kran und eine Doppelseilwinde (8 t Zugkraft) mit bis zu 100 m Seil am Heck montiert. Eine der Winden unterstützt das Abseilen aktiv. Der Kran ist nicht zusätzlich abgestützt. Dennoch bewegt sich die Maschine dank der internen Sperren (Verblockung) bei der Kranarbeit kaum.
Das Forstmodul kann dank des Pflanzelt-System-Aufnahme (PSA) genannten Schnellwechselsystems innerhalb von 20 Minuten nahezu werkzeuglos abgebaut werden. Dazu werden zwei Stützen eingehängt und das Modul mit dem Kraftheber darauf abgesetzt. Kran und Seilwinde können gemeinsam, oder auch nur der Kran entfernt werden. Da nahezu alle für die klassische Dreipunktaufhängung nötigen Teile am Heck verbleiben, ist der Umbau zum „landwirtschaftlichen Schlepper“ in kürzester Zeit bewerkstelligt. Wichtigste Einsatzgebiete in diesem Bereich sind bei Geistdörfer das Mulchen (im Wald, oder auf gerodeten Trassen) und das Mähen.
Durch das breite Einsatzspektrum stimmt auch die Maschinenstundenzahl. Im Durchschnitt kommen 1600 MAS pro Jahr zusammen. Um die Maschinen noch weiter in ihren Einsatzmöglichkeiten zu erweitern, plant Geistdörfer den Kauf eines Fällbündel-Aggregats mit Schäre.

Nächste Generation des „PM Trac“ vorgestellt

Inzwischen hat Pflanzelt den Systemschlepper weiterentwickelt. Optisch erkennbar ist die Version III („2380“) an ihrer optimierten Kabine. Dieses pneumatisch gefederte Modell kommt bereits beim Forstspezialschlepper „Felix“ zum Einsatz. Mit über 7 m² Glasfläche wurde die Sicht auf das Arbeitsumfeld weiter verbessert. Der Bediener kann seinen Arbeitsbereich besser einsehen, was ihn entlastet und die Arbeitssicherheit erhöht. Eine entspannte und ergonomisch vorteilhafte Sitz- und Arbeitsposition findet der Fahrer auf dem nun um 340° elektrisch drehbaren Bedienerstand. Alle Bedien- und Überwachungsfunktionen sind immer im gleichen Blickfeld des Bedieners platziert. Die neue Maschinensteuerung – die über einen Touchscreenmonitor am Sitz bedient wird – erlaubt es, auch Voreinstellungen für unterschiedliche Fahrer abzuspeichern.

Weiterhin neu ist das Chassis, welches der Maschinenhersteller nun selbst baut, während der Rahmen des Vorgängers noch bei Case gekauft und für den Forsteinsatz modifiziert wurde. Die ebenfalls neue Vorderachse ist als Schubrohrachse ausgebildet. Sobald der „PM Trac“ steht, wird die hydraulische Federung automatisch verblockt. Das Fahrzeug erreicht so ohne zusätzlichen Bedienaufwand laut Hersteller eine Standfestigkeit, wie sie vorher nur von Forstspezialschleppern erreicht wurde.
Zudem bezieht man nun wassergekühlte Sechs-Zylinder-Motoren mit Abgasturbolader und Ladeluftkühlung von Deutz, beim Getriebe setzt Pfanzelt dagegen weiter auf das bewährte „S-matic“-System. Die Leistung liegt weiter bei 175 PS, Leistungssteigerungen seien aber für die Zukunft denkbar. Die neuen Motoren entsprechen aktuellen Abgasvorschriften. Erfreulich für die Kunden ist, dass sich das Preisniveau nicht wesentlich geändert hat, so versichert Pflanzelt.

Mittwoch, 24. Februar 2016

Seilwindenkonstruktionen im Vergleich

Man hört es oft: da kauft ein Selbstwerber gutgläubig eine als 8 t-Winde bezeichnete Winde
vermeintlich günstig, um dann festzustellen, dass die Winde gerade einmal 4 t Betriebszugkraft hat. Der Importeur beteuert, die Winde entspreche trotzdem den EU-Vorschriften und hat damit sogar Recht. Denn es gibt da eine Gesetzeslücke, welche viele Importeure ausnutzen - zu Lasten gutgläubiger Erstkäufer. Man ist also gut beraten, gleich für dasselbe Geld eine Getriebeseilwinde mit garantierter Betriebszugkraft zu kaufen.

Gegenüberstellung der Zugkraftentwicklung in Relation zur verwendeten Seillänge bei den beiden Windentypen
Die Sache mit der Nennzugkraft

Nach den derzeit noch gültigen Vorschriften darf sich eine Winde, bei welcher irgendwann auch mal eine Zugkraft von 8 t vorkommen kann (z.B. nur in der ersten Seillage) auch 8-t-Winde nennen. Dass die Betriebszugkraft dann oft nur die Hälfte beträgt, verschweigen einige Hersteller. Die Nennzugkraft sagt also wenig aus über die tatsächliche Zugkraft im Forst. Das ist zwar legal, aber unseriös gegenüber dem gutgläubigen Kunden.





Nach der Betriebszugkraft fragen

Lamellen-Haltebremse (links im Bild) und Lamellen-Kupplung (rechts).Seriöse Hersteller geben die Betriebszugkraft an, welche man immer zur Verfügung hat. Diese Betriebszugkraft findet man in der Zeile: Seilkraft in der obersten Seillage. Nur dann, wenn ein Hersteller diese Seilkraft in der oberen Seillage offen angibt, hat man eine echte Entscheidungsgrundlage für den Kauf. Denn draußen im Forst ist natürlich nur diese Betriebszugkraft wichtig. Ansonsten kann es vorkommen, dass man einen Stamm nur die Hälfte der Wegstrecke ziehen kann, weil dann die Zugkraft zu klein wird.


  • Die  Betriebszugkraft  hat man immer  zur  Verfügung, auch bei voller Trommel.
  • Die Nennzugkraft hat man nur in der ersten Seillage, also nur bei fast leerer Trommel.

Betriebsseilkraft von zwei Seilwinden- konstruktionen im Vergleich.Die Tabelle rechts zeigt, dass die 5,5-t-Seilwinde I sogar eine höhere Betriebszugkraft hat als die 8-t-Seilwinde II.

Der Grund dafür liegt im unterschiedlichen Aufbau der beiden Seilwindenarten:
  • Winde II hat eine hohe, schmale Trommel. Der Hebelarm des Seils wird viel größer, und entsprechend kleiner wird die Zugkraft, und das bei immer schnellerer Seilgeschwindigkeit.
  • Winde I hat eine breite Trommel mit wenigen Seillagen. Da ändert sich nicht viel, ob die Trommel voll oder leer ist. Sowohl die Seilkraft als auch die Seilgeschwindigkeit bleiben in allen Betriebssituationen erheblich konstanter.
 

Die Windenkonstruktion

Somit kann man ganz unterschiedliche Windenkonstruktionen herstellen:

    Darstellung der Seilwickelbereiche unterschiedlicher Seiltrommeln.
  • Windentrommeln nach II kann man quer zur Fahrtrichtung einbauen und dann mit einem einfachen offenen Kettentrieb antreiben (Kettenseilwinden). Das Seil wird dann mehrfach umgelenkt, bis es endlich in Seilzugrichtung hinausläuft. Außerdem muss das Seil bei II für 8 t ausgelegt sein. Das macht das Seil schwer und unhandlich, obwohl die Winde nur 4 t Betriebszugkraft hat.
  • Als Haltebremse wird bei II meist eine offene Bandbremse verwendet, so wie wir sie von früheren landwirtschaftlichen Maschinen her kennen. Ausgeführt als selbstverstärkende Differenzialbremse, braucht man zudem nur eine kleine Bremsfeder. Das funktioniert, solange man die Bandbremse gut gegen Verschmutzung und Witterungseinflüsse schützt. Als Überlastsicherung gegen Seilriss ist diese Bremsbauart wegen der Selbstverstärkung und der Reibwertschwankungen allerdings nur schwer einstellbar.
  • Windentrommeln nach I sind mittels eines voll gekapselten Schneckengetriebes mit Leichtlauföl gleich so eingebaut, dass das Seil ohne viele Umlenkungen direkt ablaufen kann (Getriebeseilwinden). Das Seil ist leichter und leichtgängiger als bei II, trotzdem ist die Betriebsseilkraft höher.
  • Bei I ist die Haltebremse eine moderne Lamellenbremse. Durch einen geschützten Einbau und durch einstellbare, direkt wirkende Druckfedern werden der Reibwert und die Bremskraft in engen Grenzen konstant gehalten. Die Bremse kann so eingestellt werden, dass sie als Überlastsicherung anspricht, bevor die Mindestbruchkraft des Seils erreicht ist.

Anbau einer Getriebeseilwinde an Schlepper; mit Seiltrommel direkt in SeilauszugsrichtungDie Sache mit dem Preis

Viele Interessenten einer Forstseilwinde sagen zu Recht, dass gerade bei der Erstinvestition der geringe Einstiegspreis entscheidend ist. Das ist richtig und wichtig. Man sollte aber davon ausgehen, welche Betriebszugkraft man für den Preis bekommt, und nach dieser Betriebszugkraft die Winde aussuchen und vergleichen. Denn nur die Betriebszugkraft bewegt den Baum im Wald ohne Einschränkungen, nicht eine hohe Nennzugkraft auf dem Papier.
 Winde I Winde II Konstruktionsprinzip Getriebeseilwinde Kettenseilwinde Konstruktion Ein voll gekapseltes, mit Leichtlauföl geschmiertes Schneckengetriebe wirkt gleichzeitig als Untersetzungs- und als Winkelgetriebe Eine schmale, hohe Seiltrommel liegt quer zur Fahrtrichtung und wird mit einem meist offenen Kettentrieb angetrieben Betriebszugkraft (Seilkraft in oberster Lage) 4,3 t (= 100 %) 4,0 t (=93 %) Legale Nennzugkraft (Seilkraft in unterster Lage) 5,5 t (= 128 %) 8,0 t (= 186 %) Seildurchmesser, Seilgewicht, Seilhandling Leichter, weil das Seil bei voller Sicherheit nur für 5,5 t ausgelegt sein muss schwerer, weil das Seil aus Sicherheitsgründen                                          für 8 t ausgelegt sein muss Seilführung Das Seil wird gerade ohne Verdrillung ausgespult Das Seil muss um 90° verdrillt werden, um in Fahrtrichtung auszulaufen Seilgeschwindigkeit Geringe Seilgeschwindigkeitsschwankungen je nach Füllgrad der Trommel Hohe Seilgeschwindigkeitsschwankungen, je nach Füllgrad der Trommel Stoppbremse Gekapselte Lamellenbremsen, direkte Bremskrafteinstellung über Druckfedern. Auch als Überlastsicherung einstellbar selbstverstärkende Bandbremse, wegen offener Bauweise und Selbstverstärkung schwer regelbar Seilspulvorrichtung Als Option möglich. Empfohlen für größere Seillängen Nicht vorgesehen, dafür hoher Seileinlaufgalgen Optimierungen und Automatisierungen Überschneidungsvoreinstellungen, Seilauslaufbremse, Seil- ausspulvorrichtungen u.a.m. weitgehend ohne Beeinträchtigung des Leichtlaufs möglich Begrenzt möglich. Wegen vieler Umlenkungen, großer Seildurchmesser und selbstverstärkender Bandbremse Preisniveau vergleichbar, wenn man nach der Betriebszugkraft vergleicht

Fazit

Wenn man die Forstseilwinden nach der Betriebszugkraft vergleicht, wird man feststellen, dass bereits hochwertige Getriebeseilwinden in der gleichen Preisklasse zu haben sind wie Kettenwinden. Warum dann sein kostbares Geld nicht gleich in einer langlebigen Getriebeseilwinde anlegen?


Dr. Johannes Sebulke, Fachjournalist und Berater für Forsttechnik

Dienstag, 9. Februar 2016

Rückeanhänger - was ist beim Kauf zu beachten?

Ein Fachbericht von Dr. Johannes Sebulke (Fachjournalist und Berater für Forsttechnik) Zuerst sollte man sich darüber klar werden, was man genau von wo nach wo transportieren will. Denn der Anhänger sollte auf Anhieb zu dem passen, was man wirklich braucht. Daher sind zur Vorauswahl Checklisten durchaus sinnvoll.


Die Holz-Checkliste – Was soll transportiert werden?


  • Brennholz, Meterstücke oder Bündel?
  • Kurzholz und/oder Langholz?
  • Hackmaterial oder Schüttgüter?
  • Kipperpritsche, Wechselaufbauten?


Die Schlepper-Checkliste

Hier gehen wir von landwirtschaftlichen Schleppern aus, die auf dem Acker, auf Feldwegen und auf öffentlichen Straßen genutzt werden. Berücksichtigt werden muss hier:

  • Motorleistung: passt diese zur Anhängergröße?
  • Leistung der Arbeitshydraulik: kann der Kran des Anhängers versorgt werden, oder ist eine eigene Hydraulikanlage nötig?
  • Bremssystem: Verfügt der Schlepper über eine Druckluftbremsanlage oder wird eine Auflaufbremse benötigt?
  • Sollen mehrere, unterschiedlich ausgerüstete Schlepper den neuen Forstanhänger ziehen können?


Die Fahrweg-Checkliste

Bei Forstanhängern setzt man oft voraus, dass diese sowohl im Wald als auch auf öffentlichen Straßen fahren dürfen. Trotzdem sollte man sich über Folgendes klar werden:

  • Muss der Hänger auch auf Rückegassen fahren können?
  • Soll er auf öffentlichen Straßen fahren können und hier

Mit Beladung und mit welcher Geschwindigkeit?


Die Ausrüstungs-Checkliste

Diese Checkliste ist erst dann an der Reihe, wenn die vorausgegangenen Checklisten abgeklärt sind!

  • Reichweite des Krans
  • Geländegängigkeit, zweckmäßiger Boogiefreiraum
  • Kranbedienung von einem Bedienerstand aus, per Fernbedienung oder vom Fahrerhaus des Schleppers aus?
  • Allradantrieb des Hängers: Nicht erforderlich - Hilfsantrieb für schwierige Passagen-, oder vollwertiger Permanentantrieb?


Zentralrohr oder Rahmen

Generell ist ein Zentralrohr verwindungssteif - eine ideale Eigenschaft für einen Forstanhänger. Zudem kann man die Rungen auf dem Zentralrohr verschieben und diese so den gerade angesagten Holzlängen anpassen. Auch lässt sich die hintere Runge per Teleskoprohr nach hinten verschieben, wenn längeres Holz geladen wird. Dabei verschiebt sich aber auch der Ladungsschwerpunkt nach hinten. Man sollte daher darauf achten, dass auch die Tandemachse nach hinten verschoben werden kann, damit auf keinen Fall eine negative Deichsellast an der Anhängekupplung entsteht und der Schlepper an Traktion verliert. Das Schutzgitter muss so stabil sein, dass man sich auch bei Bergabfahrt mit schiebender Beladung dahinter sicher fühlen kann. Ein Rahmen aus U-Profilen ermöglicht im Gegensatz zum Zentralrohrrahmen eine Ladefläche.


Wenn der Forstanhänger zum Vollprofi wird…

Vor ein paar Jahren war der „Rückeanhänger“ ein Gerät, das vorwiegend im Wald auf eigenem Grund gefahren wurde. Heute wird ein Forstanhänger vermehrt auf Forstund öffentlichen Straßen eingesetzt, vielleicht sogar für einen Transport über einige Kilometer bis zum nächsten Lagerplatz oder Kunden. Denn hier hat der schnell fahrende landwirtschaftliche Schlepper deutliche Vorteile gegenüber einem spezialisierten Forstschlepper. Das hat die Konsequenz, dass die richtigen Zulassungen, Abnahmen und Genehmigungen sowohl für den Forstbetrieb als auch für den Straßenbetrieb vorhanden sein müssen.
Worauf es bei Rückeanhängern ankommt, wurde in einem Interview mit der Firma Pfanzelt erörtert, die in Deutschland konstruiert und fertigt, und daher alle Erfordernisse und Vorschriften auf kurzem Wege in ihre Produktlinien einfließen lassen kann.


Die Gebrauchswertprüfung des KWF gibt Sicherheit

Zu beachtende Vorschriften gibt es bündelweise: EU, Berufsgenossenschaften, StVZO, UVV, Kranvorschriften. Verantwortlich ist immer der Betreiber (Tabelle S. 8, Sp.12). Um sicher zu gehen, empfiehlt es sich, nach der Gebrauchswertprüfung durch das „KWF-Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik“ zu fragen. Wenn ein Anhänger das Prüfsiegel des KWF hat, kann man sicher sein, dass eine objektive, unabhängige Stelle den Anhänger genau unter die Lupe genommen hat, und dass die oben genannten Vorschriften eingehalten werden.

Die Tandemachse
Ein echter Forstanhänger sollte 4 bremsbare Räder an einer Tandemachse haben, um einen gleichmäßig niedrigen Bodendruck zu gewährleisten. Der Pendelweg muss ausreichen, um die Wurzelstöcke oder Gräben, die im vorgesehenen Einsatzgebiet vorkommen, überfahren zu können (z.B. 300…500 mm).

Der Kran gehört zum Forstanhänger und muss auf diesen abgestimmt sein. Die wichtigsten Kriterien sind: Die Hubkraft sollte reichlich bemessen sein (z.B. 40 kNm = Hubkraft von 2 t bei 2 m Abstand vom Schwenkwerk).

Wird vom Polter geladen oder muss der Kran auch Stämme beiziehen können? Im ersteren Fall sind Teleskopabstützungen (statt Gelenkstützen, „Flap down“) ratsam, weil man dann näher an das gepolterte Holz heranfahren kann. Im zweiten Fall ist auf eine hohe Teleskopzugkraft und -geschwindigkeit zu achten. Wird nur in der Ebene oder auch am Hang beladen, wo man ein hohes Schwenkmoment (min. 15 kNm) braucht?

Bedienstand mit rutschsicherer Standfläche, Rückenschutz, die Bedienhebel in ermüdungsfreier Position? Sichere Auf- und Abstiege, denn beim Auf- und Absteigen passieren die meisten Unfälle.

Der Laderaum: In den Abbildungen 1 und 2 ist ein Rungenkorb für Stammholz gezeigt. Für buschiges Energieholz und Kronenmaterial ist ein Wanneneinsatz lieferbar. Auch eine Kipperpritsche könnte als Wechselaufbau eingesetzt werden.

Die Lenkdeichsel ist für enge Kurven im Bestand unverzichtbar. Bei der Straßenfahrt muss die Lenkdeichsel formschlüssig arretiert werden. Dies sollte vom Fahrerstand aus mit 1-Mann-Bedienung möglich sein, um nicht umständlich Bolzen einfädeln zu müssen.

Nutzlast oder Gesamtgewicht? Für die Arbeit im Forst ist die Nutzlast maßgebend, die vom Hersteller nach rein technischen Kriterien bestimmt wird. Für die Straßenfahrt ist das zulässige Gesamtgewicht maßgebend (Tabelle S. 8, Sp.6).

Ölversorgung des Krans
Diese kann vom Schlepper aus erfolgen. Dann sollten für einen 40-kNm-Kran min. 25 l/min wirklich bereitgestellt werden, und zwar auch bei niedriger Motordrehzahl. Wenn der Anhänger eine eigene Ölpumpe hat, die durch die Zapfwelle des Schleppers angetrieben wird, ist Folgendes zu beachten:

  • Der Kran muss auch bei niedriger Zapfwellendrehzahl noch zügig arbeiten können (Der Richtwert liegt hierbei bei ca. 50 l/min bei 500 U/min Zapfwellendrehzahl), und
  • die Pumpe muss die höchste vorkommende Zapfwellendrehzahl noch sicher aushalten können.

Waldarbeit und Straßenfahrt
Die Tabelle weiter unten fasst zusammen, was bei Waldarbeit sowie bei Straßenfahrt beachtet werden muss.  Im Wald ist die Nutzlast entscheidend (Spalte 6). Ansonsten liegt vieles im Ermessen des Fahrers (Zeile 1), solange die einschlägigen Vorschriften erfüllt sind (Zeile 1).

Auf öffentlichen Straßen zählt das zulässige Gesamtgewicht. Dieses kann geringer werden, je höher die zulässige Geschwindigkeit ist, da stets die gleiche Bremsverzögerung erreicht werden muss (Spalten 3, 6).

Ferner müssen die Reifen für das geplante Gesamtgewicht bei der geplanten Geschwindigkeit zugelassen sein (Spalte 7).
Die Einhaltung der Vorschriften (Spalte 8-11) muss der Hersteller schriftlich bestätigen. Ideal ist die Bestätigung durch einen unabhängigen Prüfer.

Ein Zertifikat über eine bestandene Gebrauchswertprüfung des KWF ist nicht vorgeschrieben, gibt aber größtmögliche Sicherheit.

Hydraulische, pneumatische oder Auflauf-Bremse? 
Die Art der Bremse richtet sich nach dem Schlepper. Will man unabhängig von der Bremsanlage des Schlepper sein, dann ist eine Auflaufbremse des Anhängers angebracht. Diese kann eine Straßenzulassung bis zu einer  Geschwindigkeit von 40 km/h erhalten. Bei einer Auflaufbremse sollte man auch darauf achten, dass man mit dieser ggf. auch rückwärts fahren kann. Dazu ist eine entsprechende Konstruktion der Auflaufbremse erforderlich, denn eine manuelle Sperrung ist laut StVZO nicht zulässig. Will man aus Sicherheitsgründen beim Rückwärtsfahren im Forst auch bremsen können, so ist nochmals eine spezielle Rückwärts-Bremsansteuerung der Auflaufbremse vom Schlepper aus erforderlich.

Leichte oder schwere Baureihe?
Die Firma Pfanzelt hat einen leichteren, preiswerten Forstanhänger, S-line genannt, für 9,2 t Nutzlast und mit einer max. Gesamthöhe von 2,49 m, und eine schwerere Baureihe, Profi-Rückewagen genannt, für 9-15 t Nutzlast.

Die schwereren Baureihen empfehlen sich natürlich für Vollprofis mit hoher Auslastung des Forst-anhängers. Die Profi-Baureihen können aber auch erforderlich werden, wenn man Zusatzeinrichtungen braucht, wie z.B. eine niedrig angeordnete Kugelkopf-Kupplung oder einen aufschaltbaren Antrieb der Räder, der über schwierige Passagen im Wald hinweg hilft. Auch eine Fülle von Optionen eröffnet sich hier, bis hin zu einer Fernsteuerung des Krans, oder zu einer Steuerung des Krans von der Fahrerkabine des Rückewagens aus.

Service und Ersatzteile
Nicht zuletzt muss ein guter Service und ein schneller Ersatzteildienst sichergestellt sein. Dies ist auch ein wichtiges Kriterium für die Kaufentscheidung. Denn nichts kostet mehr als lange Ausfallzeiten in kritischen Situationen.



Montag, 26. Oktober 2015

Zusammen mit einem Filmteam von landwirt.com sind wir diese Woche unterwegs und drehen Produktvideos unserer Seilwinden und Rückeanhänger. Die Videos gibts dann demnächst hier.












Freitag, 7. August 2015

Fotoshooting im Allgäu

Die letzten beiden Tage haben wir vor unserer Haustüre - im schönen Allgäu viele Fotos der Pfanzelt Produkte für den Herbst 2015 aufgenommen, neben neuen Seilwinden und Rückeanhängern haben wir auch Dreipunkt-Krane für euch fotografiert. Auch einige Schlepper unterschiedlicher Marken waren dabei mit von der Partie.





Dienstag, 21. Juli 2015

Neue Motorentechnologie für den Pfanzelt Felix


Der Pfanzelt Forstspezialschlepper Felix kann im Baukastensystem zusammengestellt und so optimal an das jeweilige Einsatzgebiet angepasst werden. Der Vorderwagen ist  bei allen Fahrzeugen gleich. Unter der Kabine im Aggregatraum befindet sich die Antriebseinheit, bestehend aus einem Deutz Motor und einem ZF-Getriebe. Der neue laufruhige und durchzugsstarke 6-Zylinder-
DEUTZ Motor sorgt mit 133 kW für höchste Leistungsanforderungen und ein Minimum an Kraftstoff- und Gesamtbetriebskosten - in Sachen Langlebigkeit, Drehmoment und Laufruhe lässt er keine Wünsche offen.
Nachgeschaltet ist ein stufenloses, leistungsverzweigtes S-matic Getriebe von ZF mit aktiver Stillstandsregelung. Die so entstandene Einheit verbindet die beiden Einsatzschwerpunkte – Straßenfahrt und Holzrückung – optimal und kann dadurch flexibel eingesetzt werden.
 

Forstspezialschlepper Felix 4-Rad
Der Pfanzelt Forstspezialschlepper Felix 206 4-WD ist Weltmeister in Sachen Wendigkeit. Durch die geschickte Kombination aus Knick- und Achsschenkellenkung ergeben sich ungeahnte Manövriermöglichkeiten. Weitere Informationen
 

Forstspezialschlepper Felix 6-Rad
Der Pfanzelt Forstspezialschlepper Felix 211 6-WD kann sich als Kombimaschine ideal allen Einsatzbedingungen anpassen. Weitere Informationen


Erfahren Sie mehr über den Pfanzelt Forstspezialschlepper Felix und besuchen Sie unseren Messestand auf der Austrofoma 2015 in Stift Schlägl. Sie finden uns im Rundkurs, Standnummer 29. Wir freuen uns Sie dort begrüßen zu dürfen.